Die Funke Mediengruppe – alle Informationen zum Verlag

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Die Funke Mediengruppe ist ein deutscher Verlag mit zahlreichen bekannten Regionalzeitungen, Frauenzeitschriften, Fernsehzeitschriften und mittlerweile auch zahlreichen digitalen Angeboten. Der Sitz des Medienhauses befindet sich in Essen. Der Verlag hat während der Expansion in den vergangenen Jahren viele Regionalzeitungen wie das Hamburger Abendblatt und die Programm-Zeitschriften des Axel Springer Verlags gekauft. Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen über die Funke Mediengruppe zusammengestellt.

In kaum einem Haushalt in Deutschland findet sich nicht mindestens eine Zeitschrift oder Tageszeitung, die sich zu den Funke-Zeitschriften zählen lässt. Das traditionelle Medienunternehmen aus dem Ruhrgebiet ist mittlerweile zu einem der größten Akteure auf dem deutschen und europäischen Medienmarkt geworden. Es bietet zahlreiche gedruckte und digitale Publikationen an. Funke stellt sich mehr und mehr crossmedial auf: „Es geht um News, Storys und Services – um Journalismus, der die jeweiligen Stärken aller Kanäle intelligent miteinander verzahnt“, so das Unternehmen. Der Konzern erwirtschaftete zuletzt mit 6000 Mitarbeitern (2014) einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr (2015). Vertreten wird die Verlagsgruppe durch die Funke-Geschäftsführer Ove Saffe, Andreas Schoo und Michael Wüller. Aufsichtsratsvorsitzende ist Anteilseignerin Julia Becker. Der Konzern strebt nach eigenen Angaben an, das „beste Medienhaus in Deutschland“ zu werden.

Geschichte der Funke Mediengruppe

Der Aufstieg der Funke Mediengruppe ist eine mustergültige Erfolgsgeschichte im Nachkriegsdeutschland. 1948 gründeten Erich Brost und Jakob Funke die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Brost und Funke verfügten über jeweils 50 Prozent der Gesellschaftsanteile. Funke hatte zuvor als freier Journalist gearbeitet und blieb dem Unternehmen bis zu seinem Tod 1975 als Gesellschafter, Herausgeber und Verlagsleiter treu. Der Verlag wuchs schnell – ein eigenes Verlagshaus und eine große Druckerei entstanden. Im Jahr 1964 strebte das Unternehmen in den Zeitschriftenmarkt und akquirierte die Welt am Sonnabend mit dem gleichnamigen, in Düsseldorf ansässigen Verlag. In den 70er Jahren nahm die Expansion dann richtig Fahrt auf: 1973 wird die Westfalenpost (WP) mit Sitz in Hagen übernommen. 1975 beteiligte sich die WAZ mehrheitlich an der Westfälischen Rundschau (WR) und 1976 an der Neuen Ruhr Zeitung / Neuen Rhein Zeitung (NRZ). Die WAZ-Gruppe als Vorläufer der Funke Mediengruppe wurde zum führenden Zeitungsverlag im Ruhrgebiet.

Durch journalistisch unabhängige Weiterführung vieler aufgekaufter Zeitungen bei gleichzeitiger Zusammenlegung kaufmännischer Aktivitäten hielt der Konzern die publizistische Vielfalt weitgehend aufrecht – ein Konzept, das als „WAZ-Modell“ bekannt und in vielen anderen Regionen nachgeahmt wurde. Die WAZ-Mediengruppe konnte aus den Gewinnen im Ruhrgebiet Aufkäufe von gedruckten Medien sowie Neugründungen vor allem im privaten Rundfunk und von Internet-Medien finanzieren.

Die Expansion von einer Regionalzeitung zum nationalen und später internationalen Medienkonzern wurde von dem jahrzehntelang amtierenden, in der Medienbranche sehr bekannten Geschäftsführer-Duo Erich Schumann (Bevollmächtigter der Brost-Seite) und Günther Grotkamp (Bevollmächtigter der Funke-Seite) geleitet.

Der nächste große Schritt war die Expansion ins Ausland, die mit einer Beteiligung von 49 Prozent an der Neuen Kronen Zeitung in Österreich begann. Nach der Wiedervereinigung 1990 kaufte das Verlagshaus als erster Westdeutscher Investor in Thüringen drei Tageszeitungen auf. Es folgen in den nächsten Jahrzehnten zahlreiche Gründungen und Zukäufe, mit denen der Verlag weiter expandierte.

Für Jahrzehnte blieben die jeweils 50 Prozent Anteile der Gründer in den zwei Verwaltungsgesellschaften gebündelt. Daher konnten die Familienmitglieder nur gemeinsam agieren und die beiden Familiengruppen nur einvernehmlich entscheiden. Im Jahr 2011 verkaufte Petra Grotkamp ihre zwei Drittel der Unternehmensanteile. Damit endete nach 63 Jahren die Aufteilung auf zwei Eigentümerfamilien. Ab März 2013 heißt die WAZ-Gruppe nun Funke Mediengruppe.

Welche digitalen und gedruckten Medien gibt es innerhalb der Funke Mediengruppe? 

Die Funke Mediengruppe ist im Laufe der Zeit zu einem verschachtelten und unübersichtlichen Konzern mit zahlreichen Subunternehmen und zahllosen Publikationen im Inland und Ausland geworden. Wir geben Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Geschäftsfelder und Publikationen.

Zeitungen und Zeitschriften der Axel Springer AG in der Funke Mediengruppe

In 2014 übernahm die Funke Mediengruppe für 920 Millionen Euro von dem Axel Springer Verlag die Tageszeitungen Berliner Morgenpost und das Hamburger Abendblatt.

Hinzu kamen die Programmzeitschriften HörzuTV DigitalFunk UhrBildwochesowie die Frauenzeitschriften Bild der Frau und Frau von heute. Um jedoch die Auflagen des Bundeskartellamtes zu erfüllen, musste sich Funke gleich wieder von den Programmzeitschriften Funk Uhr, Bildwoche und TV Neu trennen und auch den Titel „die zwei“ aus dem gleichen Segment abgeben und an die Klambt Gruppe verkaufen.

Die Tageszeitungen der Funke Mediengruppe 

Die Funke Mediengruppe gibt in Deutschland 13 Tageszeitungstitel heraus – unter anderem in Nordrhein Westfalen die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, die Neue Ruhr, die Neue Rheinzeitung, die Westfälische Rundschau und die Westfalenpost. In Norddeutschland werden die Braunschweiger Zeitung und der Harz Kurier vertrieben sowie in Thüringen die Thüringer Allgemeine, Ostthüringer Zeitung und die Thüringische Landeszeitung. Viele dieser Publikationen befinden sich schon seit Jahrzehnten im Portfolio des Medienhauses. Andere wie das Hamburger Abendblatt sind erst vor einigen Jahren hinzugekommen.

Überblick: alle Tageszeitungen der Funke Mediengruppe (Stand Mai 2020)

  • Berlin: Berliner Morgenpost
  • Hamburg: Bergedorfer Zeitung, Hamburger Abendblatt
  • Niedersachsen: Braunschweiger Zeitung, Harz Kurier
  • Nordrhein-Westfalen: WAZ, Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung, Westfalenpost, Westfälische Rundschau
  • Thüringen: Thüringer Allgemeine, Ostthüringer Zeitung, Thüringische Landeszeitung

Zeitschriften der Funke Mediengruppe

Die Publikumszeitschriften des Konzerns sind im Gong Verlag und in der Funke Women Group organisiert, die beide in München-Ismaning angesiedelt sind. Die Magazine des Verlags sind in Frauenzeitschriften, Lifestyle-Zeitschriften, Programmzeitschriften, Lebensartzeitschriften, Bahnzeitschriften, HiFi-Zeitschriften, Motorradzeitschriften und Rätsel-Magazine unterteilt. Die Gesamtauflage aller Titel beträgt an die fünf Millionen Exemplare wöchentlich.

  • Fernsehzeitschriften: HörzuGongTV DirektBild und Funk
  • Frauenzeitschriften: Frau im Spiegel, Bild der Frau, die aktuelle
  • Lifestyle-Zeitschriften: Donna, myself, I am by Laura Malina Seiler, Grönemeyer
  • Spezialzeitschriften Ein Herz für TierePartner Hund
  • Fachzeitschriften für Eisenbahn-Liebhaber
  • HiFi-Zeitschriften: drums&percussion, Fono Forum, Stereo
  • Motorradzeitschriften
  • Rätsel-Magazine

Anzeigenblätter der Funke Mediengruppe

Mit über fünf Millionen wöchentlich verteilten Exemplaren gehören die WVW/ORA Anzeigenblätter zu den bedeutendsten lokalen Medien. Zwei Drittel der Titel erscheinen immer mittwochs und auch samstags in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post AG.

Radiobeteiligungen der Funke Mediengruppe

Die Funke Mediengruppe besitzt Mehrheitsbeteiligungen bei Radiosendern in Nordrhein-Westfalen. Dazu zählen zahlreiche Stationen wie Antenne Ruhr, Radio Bochum, Radio Duisburg, Radio Emscher Lippe, Radio Ennepe Ruhr, Radio Essen, Radio Hagen, Radio Herne, Radio K.W. (Kreis Wesel) und Radio Sauerland. Antenne Ruhr wurde 2007 aufgeteilt in Radio Mülheim und Radio Oberhausen.

Anzeigennetzwerk markt.gruppe

Die Funke Mediengruppe ist an der markt.gruppe GmbH & Co. KG beteiligt. Dieses Unternehmen ist auf Anzeigenportale im Internet spezialisiert und betreibt unter anderem das Portal immowelt.de. Ende 2010 übernahm die Funke Mediengruppe verschieden Gesundheitsportale wie lifeline.de von Springer Medizin. Zum Angebot zählt neben Gesundheits-Meldungen die kostenfreie Fragefunktion an Fachärzte. Zur Lifeline-Familie gehören außerdem qualimedic, gesundheitsberatung sowie 9monate, ein Portal für schwangere Frauen.

Als Zentrum des Digitalgeschäfts wurde im März 2014 eine neue Entwicklungseinheit von Funke Digital in Berlin eröffnet. Aufgabe der Zentrale ist es, gemeinsam mit den Digital-Abteilungen an den anderen Konzern-Standorten, bestehende Angebote weiterzuentwickeln und neue Produkte für die gesamte Mediengruppe zu konzipieren. Im August 2014 wurde mit der App „Mit Picke“ die mobile Sportberichterstattung gestartet. Beiträge der Funke-eigenen Sportredaktionen von Tageszeitungen sowie Reviersport werden mit verlagsfremden Medienmeldungen sowie Tweets und ausgewählten Blogbeiträgen kombiniert.

Zeitungen und Zeitschriften der Funke Mediengruppe in Österreich

 Die Funke Mediengruppe hält in Österreich über die Mediaprint GmbH & Co. KG Anteile an der Kronen Zeitung, dem Kurier und dem News Verlag. Bei Mediaprint ist neben weiteren Teilhabern auch der große deutsche Verlag Gruner + Jahr beteiligt.

Fazit – Ist die Funke Mediengruppe auf dem Weg zu Deutschlands bestem Medienhaus?

Die Funke Medien Gruppe ist eines der größten Medienhäuser in Deutschland und Europa. Das Unternehmen hat seit der Gründung 1948 eine sagenhafte Erfolgsgeschichte hingelegt. Nach der Gründung der WAZ ist das Verlagshaus sowohl durch Neugründungen als auch durch zahlreiche Zukäufe gewachsen. Besonders in den 2000er Jahren konnte das Medienhaus kräftig Expandieren und in neue Märkte vordringen. Insbesondere die Digitalisierung und neue Angebote im Internet stellen für das Unternehmen eine große Herausforderung dar, eröffnen jedoch auch neue Einnahmequellen. Mitbewerber wie der Axel Springer Verlag oder der Holtzbrinck Verlag stehen der Funke Mediengruppe mit ihren digitalen und gedruckten Angeboten in nichts nach. Insofern wird der Weg zu Deutschlands bestem Medienhaus sicher nicht einfach – Funke sollte jedoch mit seinen Angeboten durchaus auf dem richtigen Weg sein, um als großes, internationales Medienhaus in diesem Wettbewerb kräftig mitzumischen. Viele der Zeitschriften der Funke Mediengruppe gibt es bei Presseplus.de im Abonnement mit zahlreichen Vorteilen zu kaufen.